Mönchspfeffer – Die Kraft aus der Natur

Mönchspfeffer ist eine Heilpflanze, deren Kraft und Wirkung bereits in der Antike bekannt war. Zu dieser Zeit wurde der Mönchspfeffer jedoch noch als so genanntes Anaphrodisiakum eingesetzt – als Mittel also, das die Keuschheit fördern und den Sexualtrieb hemmen soll. Damit sollten die jungen Griechinnen und Römerinnen vor einem frühzeitigen Vollzug der Ehe bewahrt werden. Heute wird der Mönchspfeffer in erster Linie zur Linderung der Beschwerden bei PMS (prämenstruellen Syndrom), bei Störungen des Zyklus sowie bei unerfülltem Kinderwunsch eingesetzt um schwanger zu werden. Verordnet wird der Mönchspfeffer als Heilpflanze in verschiedenen, jeweils angepassten Dosierungen in der Regel von (Natur-)Heilpraktikern, um PMS zu lindern oder einen Kinderwunsch zu erfüllen.

Der Mönchspfeffer – Eine Definition

MoenchspfefferBeim Mönchspfeffer handelt es sich um eines Pflanze, die der Gattung Vitex sowie der Familie der Lippenblütler entstammt. Die lateinische Bezeichnung des Mönchspfeffers lautet „Vitex agnus castus“ und deutet bereits auf die ursprünglich beabsichtigte Wirkung der Pflanze hin. Agnus bedeutet im Deutschen „Lamm“, castus hingegen steht für „keusch“, der lateinische Name für den Mönchspfeffer deutet damit auf eine Keuschheit hin, die ursprünglich mit der Einnahme von Mönchspfeffer erlangt werden sollte (Agnus castus – „Die Pflanze für keusche Lämmer“ oder auch “Keuschlamm”). Noch heute wird der Mönchspfeffer umgangssprachlich als Keuschbaum oder Keuschlamm bezeichnet, ein weiterer Name lautet Tanis. Zunächst wuchs der Mönchspfeffer vor allem in mediterranen Gefilden sowie in Südwestasien. Heute findet man ihn Deutschland auch in feuchten Gebieten, wie etwa an Flussufern. Wurde er in der Antike eingesetzt, um den Geschlechtstrieb abzuschwächen, so ist er heute bekannt für seine lindernde Wirkung bei PMS Beschwerden, Störungen des Zyklus bei Frauen sowie bei unerfülltem Kinderwunsch. In erster Linie wird der Mönchspfeffer in der Naturheilkunde heute zur Linderung der Symptome dieser drei Beschwerden eingesetzt.

So sieht Mönchspfeffer aus

Mönchspfeffer ist ein Strauchgewächs, das bis zu vier Meter hoch wachsen kann. Charakteristisch sind dabei einerseits hellbraune Zweige sowie andererseits die handförmig angeordneten Blätter (fünf- oder siebenzählig), die optisch an Hanf erinnern. Die Blüten des Mönchspfeffer sind sehr klein und stehen in sehr dichten Ständen. Farblich reicht das Spektrum der Blüten von Violett über Blau und Rosa bis hin zu Weiß. Die Früchte des Mönchspfeffer sind viersamige Scheinbeeren. Der Mönchspfeffer treibt in der Regel von April bis Juni und blüht im Juli und August. Zu finden ist er an besonders feuchten Plätzen, wie etwa an Flussufern.

Der Einsatz von Mönchspfeffer

Keuschlamm ist längst zu einem festen Bestandteil der Naturheilkunde geworden, der alternativ zur herkömmlichen Medizin, bzw. als Alternative zu Arzneimittel, zur Anwendung kommen kann. In erster Linie kommt der Mönchspfeffer dabei zur Linderung starker Symptome und Schmerzen bei PMS (prämenstruelles Syndrom) sowie zur Linderung von Beschwerden in den Wechseljahren zum Einsatz. Die Wirkung von Mönchspfeffer konzentriert sich vor allem auf die Regulierung von Hormonen, etwa bei einem unregelmäßigen Zyklus. Somit ergibt sich ein weiteres Einsatzgebiet: Bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch wird Mönchspfeffer eingesetzt, um den Zyklus und den Eisprung zu regulieren – somit kann die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden für eine Frau deutlich erhöht werden.

So wirkt der Mönchspfeffer

schwangerenbauchMönchspfeffer fördert nachweislich die Bildung des Gelbkörperhormons. So kommt die Heilpflanze, bzw. ein Extrakt dieser Pflanze in Form eines normierten Extrakts, häufig bei Unfruchtbarkeit zum Einsatz, die in einer Gelbkörperschwäche oder in einem erhöhten Gelbkörperspiegel begründet liegt. Häufig wird der Mönchspfeffer also Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch verabreicht, um diesen Hormonspiegel zu regulieren und zu einem regelmäßigen Eisprung zu führen. Um diese Wirkung – und damit die Erfüllung von einem Kinderwunsch – zu erzielen, muss der Mönchspfeffer – meist in Form von Tabletten – während des gesamte Zyklus eingenommen werden. Gleichzeitig können mit der Einnahme von Mönchspfeffer damit Beschwerden bei PMS gelindert werden.

Wann ist die Gabe von Mönchspfeffer fragwürdig?

Wie häufig in der Naturheilkunde bleiben auch beim Mönchspfeffer und den entsprechenden, aus dieser Pflanze gewonnen Arzneimitteln, einige Fragen offen. Es ist belegt, dass die Inhaltsstoffe der Heilpflanze eine positive Wirkung auf die Bildung und Regulierung des Gelbkörperhormons haben. Dennoch sind die Erfolge bei einer solchen Behandlung von Unfruchtbarkeit, bzw. positive Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit und den Eisprung, nur zum Teil belegt. Darüber hinaus verlängert die Einnahme von Mönchspfeffer gegebenenfalls die so genannte Follikularphase, also den Menstruationszyklus inklusive der Bildung von Progesteron. Ein Einsatz der Heilpflanze bei bereits verlängerten Zyklen ist deshalb fraglich – die Regulierung des Eisprung scheint demnach vielmehr nur dann zu funktionieren, wenn Frauen unter unregelmäßig verkürzten Zyklen leiden.

Wann sollte eine Einnahme von Mönchspfeffer vermieden werden?

Mönchspfeffer wird zur Linderung der Symptome bei PMS sowie zur Herbeiführung einer Schwangerschaft, bzw. zur Erhöhung der Fruchtbarkeit verabreicht, eine Einnahme ist nicht für alle Frauen gleichermaßen ungefährlich. So sollten junge und stillende Frauen keinen Extrakt aus Mönchspfeffer zu sich nehmen. Ebenso sollte die Einnahme in der Schwangerschaft vermieden werden. Darüber hinaus empfehlen Ärzte, dass Präparate, die aus Mönchspfeffer gewonnen werden, nicht von Frauen eingenommen werden sollten, die unter Krankheiten leiden, deren Ursachen und Verlauf von Geschlechtshormonen beeinflusst werden können. Zu ebensolchen Krankheiten zählen etwa Brustkrebs sowie auch Tumore, die sich an der Hirnanhangdrüse befinden. Hier kann es zu entsprechenden Nebenwirkungen kommen.

Welche Nebenwirkungen weist Mönchspfeffer auf?

Wird Mönchspfeffer zur Linderung der Symptome bei PMS oder einem irregulären Zyklus eingesetzt, so kann es zu bedingt harmlosen Nebenwirkungen kommen. So etwa zu mehr oder weniger starkem Juckreiz am Körper. Liegt jedoch eine Krebserkrankung, etwa in Form von Brustkrebs oder einem Tumor an der Hirnanhangdrüse vor, so kann die Einnahme von Mönchspfeffer ggf. den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen.

Die richtige Vorgehensweise

Mönchspfeffer, Agnus castusTreten starke Symptome bei PMS auf, wie ein verkürzter Zyklus, starke Schmerzen im Unterleib, irregulärer Eisprung, Kopfschmerzen bis hin zur Migräne, Übelkeit oder starke depressive Verstimmungen, so sollte in jedem Fall zunächst ein Arzt aufgesucht werden. Gegebenenfalls kann die Verabreichung eines Präparats mit einem bestimmten Hormon die Symptome des PMS lindern. Zudem sollte auf eine bewusste Ernährung geachtet werden. Auch eine ausgewogene Ernährung hilft dabei, den Kinderwunsch schneller in Erfüllung gehen zu lassen sowie Symptome des PMS deutlich zu lindern. Wer herkömmlichen Arzneimitteln gegenüber hingegen skeptisch eingestellt ist, der kann den behandelnden Arzt auf den Wunsch nach einer Schwangerschaft, die Symptome bei PMS sowie die Wirkung von Mönchspfeffer ansprechen. Sofern keine entsprechenden Risikofaktoren vorliegen (wie etwa eine bereits eingetretene Schwangerschaft, ein zu geringes Alter oder auch verschiedene Krebserkrankungen), kann eine Gabe von Mönchspfeffer in Erwägung gezogen werden. Diese Empfehlung kann alternativ auch vom Heilpraktiker ausgesprochen werden. Der Mönchspfeffer wird dann während der Dauer eines gesamten Zyklus eingenommen. In jedem Fall sollte das Verhalten des Körpers beobachtet werden – treten die Symptome des PMS verstärkt oder deutlich abgeschwächt auf? Leidet man bestenfalls gar nicht mehr unter PMS? Welche Wirkung hat der Mönchspfeffer generell auf den Körper? Sofern Unregelmäßigkeiten, Schmerzen oder eine ähnliche Wirkung auftreten, sollte sofort Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden – er kann Alternativen aus der Natur vorschlagen und spricht die weitere Vorgehensweise mit der Patientin ab.

In jedem Fall ist es wichtig, sich selbst und den eigenen Körper nicht unter zu großen Druck zu setzen, denn auch Stress kann eine Schwangerschaft negativ beeinflussen. Auch bei der Einnahme von Mönchspfeffer sollte man nicht erwarten, in kürzester Zeit schwanger zu werden – in vielen Fällen braucht der Körper Zeit, um sich auf eine hormonelle Umstellung (etwa nach jahrelanger Einnahme der Pille) einzustellen. Eine positive, gelassene Einstellung zum schwanger werden sowie ein gesunder Körper beeinflussen die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft sehr positiv. Die Zugabe von Mönchspfeffer kann dabei natürlich unterstützend wirken. Um mit Hilfe der Heilpflanze den Eisprung zu beeinflussen oder schwanger zu werden und sich seinen Kinderwunsch zu erfüllen, sollte man einen Arzt konsultieren.

Mönchspfeffer in verschiedenen Darreichungsformen

Mönchspfeffer, der bei PMS oder unerfülltem Kinderwunsch verabreicht werden kann, tritt in verschiedenen Darreichungsformen auf. Besonders üblich ist es, den Mönchspfeffer zur Behandlung von PMS oder zur Erfüllung eines Kinderwunsch und damit zur Herbeiführung einer Schwangerschaft in Form von Kapseln oder Tabletten zu verabreichen. Diese Mönchspfeffer Medikamente sind in der Apotheke erhältlich. Eine ähnliche positive Wirkung auf PMS und Schwangerschaft, bzw. die Erfüllung des Kinderwunschs, kann auch erzielt werden, wenn regelmäßig ein Tee aus Mönchspfeffer gekocht und getrunken wird. Diese Form der Einnahme des Mönchspfeffer um schwanger zu werden sollte jedoch nicht eigenmächtig eingeleitet -, sondern ebenfalls mit einem Arzt oder Heilpraktiker abgesprochen werden. Die eigene Gesundheit sollte in erster Linie immer über dem Kinderwunsch stehen. Darüber hinaus tritt die Agnus Castus zur Behandlung von PMS oder zur Erfüllung eines Kinderwunschs auch in Form der Samen von Mönchspfeffer auf, aus ihnen kann ebenfalls Tee gekocht werden, gegebenenfalls kommen weitere Verwendungsmöglichkeiten in Betracht. Damit die Heilpflanze sich positiv auf das PMS oder die Erfüllung von einem Kinderwunsch ausüben kann, empfehlen Experten die entsprechenden Präparate mindestens für die Dauer von drei Zyklen einzunehmen. Mit einer sofortigen Linderung der Beschwerden bei PMS, bzw. einer sofortigen Wirkung bei PMS/unerfülltem Kinderwunsch, durch den Mönchspfeffer sollte somit nicht gerechnet werden – wie häufig in der Naturheilkunde erfordert auch die Einnahme von Mönchspfeffer etwas Geduld.